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Zum Inhalt
- Die Ausgangssituation in Bochum: Zu wenig Platz für zu viel Müll
- Das erste Pilotprojekt: Kinderheim in Bochum setzt auf Unterflur
- Über die USB Bochum GmbH
- Von den drei Modellprojekten zur stadtweiten Lösung
- Die Herausforderungen bei Planung und Umsetzung in Bochum:
- Die eingesetzten Produkte
- Die Ergebnisse: Sauberkeit, Sicherheit, Lebensqualität – und eine verbesserte Recyclingquote
- Blick nach vorne: Unterflur – ergänzt durch neue Lösungen
- Wir beantworten Ihre Fragen
Wie Unterflursysteme von Villiger die Entsorgung in Wohnquartieren nachhaltig verändert haben
Die Ausgangssituation in Bochum: Zu wenig Platz für zu viel Müll

Große Müllstandplätze, hoher Platzbedarf und aufwendige, optisch wenig ansprechende Einhausungen: Was in vielen Städten zum Alltag gehört, prägte lange Zeit auch das Stadtbild in Bochum.
Besonders in dicht bebauten Wohnquartieren stießen klassische Entsorgungslösungen durch 2- und 4-Radtonnen zunehmend an ihre Grenzen.
Große Ansammlungen von teilweise über 8–10 Abfallbehältern auf einem oder mehreren Müllstandplätzen nahmen viel Fläche ein und führten immer wieder zu hygienischen Problemen.
Selbst wenn diese Müllstandorte oftmals abgezäunt und mit einer Mauer oder einer hohen Hecke „versteckt“ wurden, verschlechterten diese Standorte sowie deren unmittelbare Umgebung das Erscheinungsbild der Wohnquartiere enorm. Für viele Anwohner wurden die engen und meist von außen schlecht einsehbaren Müllstandorte sogar zu „Angsträumen“ – insbesondere in den dunklen Abendstunden.
Gleichzeitig standen Wohnungsbaugesellschaften und Entsorgungsbetriebe vor der Herausforderung, steigende Abfallmengen auf immer begrenzter werdenden Flächen zu bewältigen – eine Folge der zunehmenden Wohnraumverdichtung und wachsender Bevölkerungszahlen. Die bestehende Infrastruktur in vielen Wohn- und Ballungsvierteln war dafür langfristig einfach nicht ausgelegt.
Die gesamte Situation machte deutlich: Eine neue, nachhaltige Lösung für die Abfallentsorgung in Bochum wurde immer notwendiger.
Das erste Pilotprojekt: Jugendhilfeeinrichtung der St. Vinzenz e.V. in Bochum setzt auf Unterflur
Dabei kam der entscheidende Impuls für die Lösung dieser Situation aus einer unerwarteten Richtung. Die Leitung der Bochumer Jugendhilfeeinrichtung St. Vinzenz e.V. hatten während eines Spanienurlaubs moderne Unterflursysteme kennengelernt und deren Vorteile für den eigenen Standort zielsicher erkannt:
- mehr Volumen für den Müll bei gleichzeitig weniger Platzbedarf
- weniger lose herumliegender Abfall im Umfeld der Müllstandorte
- keine ekeligen und teilweise unheimlichen Müllstandorte
- deutlich bessere hygienische Bedingungen
- Barrierefreiheit
- keine Fremdbefüllung
Zurück in Bochum entstand bei den Verantwortlichen der Jugendhilfeeinrichtung sehr schnell der Wunsch, ein solches Unterflur-System einzusetzen. So wurde 2016 das erste Pilotprojekt durch die USB Bochum GmbH gestartet.
Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich, welches Potenzial in dieser Lösung steckt. Der Erfolg und die nachhaltige Verbesserung der Abfallsituation rund um die Jugendhilfeeinrichtung machte schnell von sich Reden. Denn jetzt gab es neben der bloßen Idee der Unterflursysteme ein anschauliches und praktisches Beispiel vor Ort.
Schon kurz darauf folgten Gespräche zwischen dem USB und verschiedenen Akteuren der Wohnungswirtschaft. Gemeinsam mit einer kommunalen Bochumer Wohnungsbaugesellschaft, wurden im Anschluss zwei weitere Wohnquartiere mit Unterflursystemen ausgestattet. Es war der Startschuss für eine rasante und bis heute anhaltende Entwicklung, die die Abfallentsorgung in Bochum nachhaltig zum positiven verändern sollte.
Von den drei Modellprojekten zur stadtweiten Lösung:
Was mit drei einzelne Modellprojekten begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer flächendeckenden Lösung für die Stadt Bochum.
Bereits im Jahr der ersten Modellprojekte wurden weitere Unterflur-Standorte und Systeme umgesetzt.
- Noch im Jahr 2016 wurden 31 weitere Unterflursysteme installiert
- 2017 folgten die nächsten 65 Systeme
Mit jedem neuen Projekt wuchs das Vertrauen sowie die Erfahrung mit Unterflur – sowohl bei den Wohnungsbaugesellschaften als auch bei den Verantwortlichen beim USB. Die positiven Erfahrungen aus den mit Unterflur ausgebauten Quartieren führten dazu, dass immer mehr Standorte in Bochum auf Unterflur umgestellt wurden.

Bis heute (Stand April 2026) wurden in der ca. 375 000 Einwohner zählenden Stadt im Ruhrgebiet rund 775 Unterflursysteme installiert (111 an öffentlichen Plätzen und 664 in privaten Wohnvierteln).
Bis zum Jahresende 2026 wird diese Zahl voraussichtlich auf über 850 Systeme angestiegen sein. Und auch die 1.000er Marke wird in den nächsten Jahren erreicht werden. Denn neben den Anlagen und den einzelnen Systemen in Wohnquartieren kommen seit ca. fünf Jahren verstärkt auch Unterflurlösungen auf öffentlichen Flächen für die Sammlung von Altglas und Altpapier, hinzu.
Damit hat sich Bochum zu einer der Vorreiterstädte in NRW und auch in ganz Deutschland entwickelt, wenn es um den Einsatz moderner Lösungen in der Abfallentsorgung geht. Viel Erfahrung, Wissen und Knowhow wurde über die letzten 10 Jahre aufgebaut sowie zahlreiche Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung von Unterflur erfolgreich gemeistert.
Die Herausforderungen bei Planung und Umsetzung in Bochum:
Der flächendeckende Ausbau von Unterflursystemen in Bochum ist kein Projekt, das jedes Mal nach Schema F funktioniert. Jede Anlage und jedes Wohnviertel sind anders. Jedes Projekt musste also im Vorfeld sorgfältig geplant und auf Machbarkeit geprüft werden.
Die größte Herausforderung lag dabei in der Auswahl geeigneter Standorte. Denn Unterflursysteme benötigen bestimmte Voraussetzungen wie:
- ausreichend Platz,
- gute Erreichbarkeit für Entsorgungsfahrzeuge (ebene Straßenverhältnisse, keine zugeparkten Bereiche),
- einen geeigneten Untergrund ohne störende Leitungen (Strom, Fernwärme, Glasfaser etc.),
- keine infrastrukturellen Hindernisse wie die Nähe zu Bäumen (später Probleme bei der Entleerung) oder Gebäuden (mögliche Geruchsbelästigung).
In der Praxis bedeutete das konkret: Jeder Standort musste von Anfang an sorgfältig und individuell geprüft werden – vor allem auch im Hinblick auf Leitungen im Boden. Mit der Konsequenz, dass Unterflur nicht an jedem gewünschten Platz uneingeschränkt möglich war.
Neben diesen “technischen Rahmenbedingungen” spielte aber auch die Akzeptanz vor Ort eine Rolle. Gerade zu Beginn begegneten einige Mieterinnen und Mieter den neuen Systemen mit Skepsis. Baustellen, Erdarbeiten und zunächst ungewohnte Entsorgungslösungen führten verständlicherweise zu Fragen und Unsicherheiten.
Hinzu kommt: Unterflursysteme sind in der Anschaffung und Installation logischerweise aufwendiger als klassische Oberflur-Lösungen. Die notwendigen Bauarbeiten und der Bau der Anlagen bedeuten also zunächst eine höhere Investition, die von den Eigentümern (und damit in der Regel auch von den Mietern) mitgetragen werden mussten.
Doch die Erfahrung in Bochum zeigt deutlich: Sobald die Systeme in Betrieb sind, überwiegen die Vorteile. Vor allem die optische Aufwertung der Wohnanlagen sorgten sehr schnell für eine hohe Akzeptanz bei allen Mietern und Eigentümern.
Und auch die technischen Herausforderungen konnten durch gute, vorausschaue Planung, gründliche Machbarkeitsstudien und ein gutes Projektmanagement der USB Bochum GmbH bewältigt werden.


1. Mehr Volumen der Unterflur-Container von Villiger
Ein wichtiger Aspekt für die Wahl der Container von Villiger war das größere Volumen der Behälter.
Während die meisten alternativen Lösungen zu diesem Zeitpunkt mit durchschnittlich 4 Kubikmetern (Nutzvolumen) arbeiten, boten die eingesetzten Unterflur-Container von Villiger 2018 bereits ein Nenn- und Nutzvolumen von 5 Kubikmetern.
Gerade in dicht bebauten Wohnquartieren wie in Bochum ermöglichte bereits dieser eine Kubikmeter mehr eine deutlich effizientere Nutzung der vorhandenen Fläche.
2. Intelligentere Konstruktion mit überlappenden Böden
Ein weiterer Vorteil der Villiger Systeme ist technischer Natur und liegt in der Konstruktion der Behälter.
Schon 2018 hatte Villiger ein System mit überlappenden Klappböden entwickelt, das verhindert, dass loser Abfall und Flüssigkeiten aus dem Sammelcontainer austreten können.
Diese Konstruktion sorgt für eine höhere Sauberkeit der Container und reduziert den Wartungs- und Reinigungsaufwand im laufenden Betrieb.
3. Nutzerfreundlichkeit und Design
Auch die Gestaltung und die Optik der Systeme spielte bei der Wahl eine Rolle.
Die eingesetzten Einwurfsäulen von Villiger fügen sich harmonisch in Wohnumgebungen und öffentliche Bereiche ein.
Neben Technik, Wartung und Volumen sind somit auch Nutzerfreundlichkeit und Design ein nicht zu unterschätzender Faktor, für eine erhöhte Akzeptanz bei Bewohnern und Eigentümern.
Baléro: Elegant und praktisch zugleich
Konkret fiel die Wahl in Bochum auf die Einwurfsäulen “Baléro” von Villiger für die drei zentralen Fraktionen
- Restmüll,
- Papier
- Wertstoffe.
Das Besondere an Baléro: Im Gegensatz zu klassischen Container-Lösungen mit Schubladensystem ermöglicht Baléro bei der Abfallentsorgung eine möglichst berührungsarme Nutzung, was die Verschmutzung der Anlagen nochmals reduziert und die Sauberkeit langfristig verbessert.

Mehr zu Baléro lesen Sie hier auf unserer Homepage
Die Kombination aus höherer Kapazität, besserer Konstruktion und nutzerfreundlicher Gestaltung machte bei der Wahl der Produkte für uns den Unterschied. Die Systeme von Villiger haben sich im täglichen Betrieb bis heute als zuverlässige und nachhaltige Lösung bewährt und wir werden unsere gute Zusammenarbeit und Partnerschaft mit Villiger auch in den nächsten Projekten fortsetzen.
Ibrahim Kerem, Leiter Unterflur USB Bochum GmbH
Die Ergebnisse: Sauberkeit, Sicherheit, Lebensqualität – und eine verbesserte Recyclingquote

Die Einführung der Unterflursysteme hat die Abfallentsorgung in Bochum nachhaltig verbessert – und dabei viele der eingangs skizzierter Probleme der Wohnviertel gelöst.
Überfüllte Müllstandorte gehören in den modernisierten Quartieren komplett der Vergangenheit an.
Durch die geschlossenen und unterirdischen Systeme bleiben die Standorte sauber, übersichtlich, deutlich hygienischer – und vor allem platzsparend.
Die zuvor oft engen und schlecht einsehbaren, Müllstandorte wurden durch offene, klar strukturierte Sammelstellen ersetzt. Darüber hinaus tragen die Unterflursysteme maßgeblich zur optischen Aufwertung der Wohnanlagen bei – ein Faktor, der sich auch positiv auf die Vermietbarkeit der Objekte auswirkt.
Darüber hinaus konnte der eingesparte Platz gewinnbringend eingesetzt werden – zum Beispiel in mehr Wohnfläche, Grünfläche, in Parkplätze oder Abstellplätze für Fahrräder. Denn während klassische Müllstandplätze häufig zwischen 20 bis 35 m² Fläche beanspruchen, benötigen Unterflursysteme bei gleichem Fassungsvolumen oft nur rund 12 m² – und wirken dabei gleichzeitig deutlich aufgeräumter.
Neben den sofort sichtbaren Verbesserungen zeigen sich auch funktionale und langfristige Effekte:
- Offen einsehbare Sammelstellen reduzieren die Vermüllung der Standorte, da soziale Kontrolle verhindert, dass Abfälle einfach nur irgendwo abgestellt wurden.
- Zudem führt die klar strukturierte Trennung der Abfallfraktionen zu einem verbesserten Nutzerverhalten. “Richtiges Mülltrennen wird im Alltag einfacher und damit konsequenter umgesetzt”, so Ibrahim Kerem, Leiter Unterflur beim USB. “In einzelnen Fällen konnten wir sogar feststellen, dass sich die Qualität der getrennten Wertstoffe verbessert hatte.”
Blick nach vorne: Unterflur – ergänzt durch neue Lösungen
Die Entwicklung in Bochum ist noch lange nicht abgeschlossen. Der kontinuierliche Ausbau der Unterflursysteme zeigt, dass sich die Lösung nicht nur bewährt hat, sondern das sich Unterflur als fester Bestandteil moderner Abfallwirtschaft in Bochum etabliert hat. Denn mit gewisser Routine und Erfahrung sind in Bochum Unterflur-Anlagen durchschnittlich in 2 bis 4 Wochen einsatzbereit – von der Planung und der Machbarkeitsstudie bis zur fertigen Schlüsselübergabe. Und auch im laufenden Betrieb erweisen sich die Systeme als zuverlässig und äußerst wartungsarm.
Gleichzeitig zeigt die Praxis: Nicht jeder Standort ist für Unterflursysteme geeignet. Vor allem vorhandene Leitungsinfrastruktur im Boden setzt der Umsetzung immer wieder Grenzen. Aus diesem Grund setzt die Stadt Bochum seit Anfang 2026 neben Unterflur auch auf Halbunterflursysteme von Villiger. Diese bieten ähnliche Vorteile in Bezug auf Volumen, Sauberkeit und Stadtbild, lassen sich jedoch mit deutlich geringerem baulichem und planerischem Aufwand realisieren, denn diese Systeme sind weniger abhängig von den Gegebenheiten im Untergrund.

So entsteht in Bochum gerade ein immer vielschichtiges Entsorgungs-Konzept, das nun auch Lösungen anbieten kann, wenn Unterflur ausscheidet.Dabei zeigt die Erfahrungen aus Bochum deutlich: Mit der richtigen Planung, den passenden Lösungen, einem kompetenten Partner und einem klaren Fokus auf Nutzerfreundlichkeit lassen sich auch komplexe Herausforderungen in der urbanen Abfallentsorgung nachhaltig lösen. Es ist dies eine Erfolgsformel nicht nur für Bochum, sondern auch für alle anderen Städte weltweit.
Dabei zeigt die Erfahrungen aus Bochum deutlich: Mit der richtigen Planung, den passenden Lösungen, einem kompetenten Partner und einem klaren Fokus auf Nutzerfreundlichkeit lassen sich auch komplexe Herausforderungen in der urbanen Abfallentsorgung nachhaltig lösen. Es ist dies eine Erfolgsformel nicht nur für Bochum, sondern auch für alle anderen Städte weltweit.
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Reto AreggerVerkauf Deutschland & ÖsterreichM: +49 170 154 57 57, +43 664 154 57 57, +41 (0)76 488 76 73E: reto.aregger@villiger.com
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