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Zum Inhalt
- Ausgangssituation: Unterflur ist seit 2016 das Bochumer Erfolgsmodell in der Abfallentsorgung
- Anforderungen: Was die Fahrzeugflotte in Bochum können muss
- Lösungen: Mit welchen Funktionen der Villiger Waste Collector mit Speed-Waste-Lifter 105-7 die Anforderungen umsetzen konnte
- Ergebnisse: Bilanz der ersten 10 Jahre Villiger Waste Collector
- Ausblick: Nicht nur schnell und sicher, sondern bald auch emissionsfrei und CO2 neutral
- Sie haben Fragen
1. Die Ausgangssituation:
Unterflur ist seit 2016 das Bochumer Erfolgsmodell in der Abfallentsorgung

Seit 2016 setzt die Stadt Bochum bei der Abfall-Entsorgung vermehrt auf Unterflur-Systeme. Wir haben in unserem Beitrag über moderne Abfallentsorgung in Bochum darüber berichtet.
Was mit einem Modellprojekt und einem ersten Unterflur-System in einer Jugendhilfeeinrichtung 2016 begann, erstreckt sich heute über das gesamte Gebiet der 375 000 Einwohner zählenden Stadt.Über 800 Unterflursysteme wurden in Bochum bis heute installiert (Stand August 2026).
Neben Unterflur müssen aber auch Halbunterflur- und Oberflur-Systeme an öffentlichen Sammelstellen geleert werden. Eine Flotte von sieben Fahrzeugen steht der Stadt seit August 2026 für die Entleerung der insgesamt ca. 1200 Container zur Verfügung. Wichtiger Bestandteil der Fahrzeugflotte ist seit kurzem auch das erste voll-elektrische Entsorgungsfahrzug in Bochum. (Wir haben in unseren News darüber berichtet) Dabei begann vor ca. 10 Jahren alles noch recht klein.
Aufstockung und Modernisierung der Fahrzeugflotte: Von 1 auf 7 in 10 Jahren

Zwischen 2016 und 2018 hatte die USB Bochum GmbH – Dienstleister und kommunales Entsorgungs- und Stadtreinigungsunternehmen der Stadt Bochum – nur ein einzelnes Entsorgungs-Fahrzeug mit Kran. Dieses Fahrzeug war lange Zeit ausreichend für die bis dahin vereinzelten Unterflur-Container der Stadt.
Doch wie im Beitrag gezeigt, wurde Unterflur in Bochum sehr schnell zum Erfolgsmodell. Spätestens als im Jahr 2018 über 100 neue Unterflur-Systeme hinzukamen, musste die Fahrzeugflotte der USB Bochum GmbH aufgestockt werden.
Mit steigenden Unterflursystemen kamen seit 2018 sechs weitere Fahrzeuge hinzu – das letzte im August 2026.
Heute hat Bochum 7 moderne Entsorgungs-Fahrzeuge im Einsatz.
2. Anforderungen:
und Herausforderungen an die Fahrzeugflotte in Bochum
Das gesamte Volumen von Unterflur-Containern befindet sich – wie der Name bereits verrät – unter der Erdoberfläche. Mit einem Fassungsvermögen von in der Regel 5 m³ und einem Eigengewicht der Container von bis zu 600 kg ist die Entleerung keine Aufgabe, für konventionelle Entsorgungsfahrzeuge.
Für Thorben Schäfer und das Team des USB standen diese vier Anforderungen im Fokus:
Um die Container schnell und sicher zu entleeren, braucht es deutlich mehr als ein Fahrzeug mit aufgebautem Kran. Damit die Entleerung der Unterflursysteme schnell, sicher und effizient erfolgen kann, mussten Fahrzeuge und Krantechnik für uns ein paar ganz besondere Anforderungen erfüllen.
Thorben Schäfer, Ressourcenmanager bei der USB Bochum GmbH
Anforderung 1: Möglichst geringes Pendeln beim Aufnehmen und Entleeren der Container
Um einen Unterflur-Container zu entleeren, muss der Behälter aus rund drei Metern Tiefe auf etwa sechs Meter Höhe über den Einfülltrichter des Fahrzeugs bewegt werden. Während dieses Vorgangs wird der Container angehoben und seitlich bewegt.
Dies kann je nach Kran und Aufnahmesystem dazu führen, das der Container an seiner Aufhängung schaukelt. Je schneller die Schwenkbewegung, desto stärker in der Regel das Pendeln.
Dieses Pendeln sollte aus mehreren Gründen minimiert werden:
- Dauer: Ein kontrollierter Entleerungsvorgang ist bei starken Pendelbewegungen schwer möglich. Und jedes Mal abzuwarten, bis ein Container ausgeschwunden hat, zieht wiederum den Entleerungsprozess zu sehr in die Länge.
- Materialschonung: Pendelbewegungen beschleunigen den Verschleiß und verursachen Schäden an Behältern und am Fahrzeug. Denn bereits leichte Stöße gegen den Fahrzeugtrichter oder gegen die Betoneinfassung erzeugen aufgrund der hohen Masse enorme Kräfte.
- Sicherheit: Ein bis zu 2,5 Tonnen schwerer gefüllter Stahlcontainer, der in mehreren Metern Höhe pendelt, kann ein gewisses Risiko für die Sicherheit darstellen.

Gesucht wurde also ein Fahrzeug,
bei dem die Kranbewegungen möglichst präzise und kontrolliert ausgeführt werden kann, um Pendelbewegungen auf ein Minimum zu reduzieren.
Anforderung 2: Ausreichende Reichweite und Hubkraft des Kranarms
Je größer die Abstände zwischen Kran und Container sind, desto höher sind die Kräfte, die auf den Kran und den Kranarm wirken (Stichwort Hebelgesetz). Um das Material zu schonen, sollte der Abstand zwischen Kran und Aufnahmesystem 4,50 Meter nur in Ausnahmefällen überschreiten – so die interne Vorgabe des USB.
Und da Container inklusive Inhalt gemäß DIN EN 13071 bis zu 2,5 Tonnen wiegen dürfen, sollte der Kran des Entleerungsfahrzeuges dieses Gewicht bei dieser Distanz noch sicher und zuverlässig anheben können.

Gesucht wurde also ein Fahrzeug,
mit leistungsstarkem Kran, dass auch bei einem Abstand von bis zu 4,50 Metern die vorgeschriebene Last von 2,5 Tonnen sicher und zuverlässig anheben und bewegen kann. Gleichzeitig sollte der benötigte „Arbeitsraum des Fahrzeuges“ möglichst gering bleiben, um den fließenden Verkehr während der Entleerung nicht zu beeinträchtigen.
Anforderung 3: Eine flexible Fahrzeugflotte in der jedes Fahrzeug alle Aufgaben übernehmen kann
Die Fahrzeugflotte des USB in Bochum übernimmt im laufenden Betrieb viele unterschiedliche Aufgaben:
- Die Entleerung von Papier- und Pappe-Containern
- Die Entleerung von Verpackungsabfällen
- Die Entleerung von Restmüll
- Die Entleerung der Glascontainer (Weiß-, Grün- und Braunglas)
- Die Reinigung der Container
- Die Wartung der Container
Die Herausforderung dabei: Jede dieser Aufgaben stellt andere Anforderungen an Fahrzeugaufbau, Nutzlast und Ladevolumen dar.
- Bei Glasabfällen ist das Gewicht der limitierende Faktor. Das Ladevolumen wird häufig nicht ausgeschöpft, da die zulässige Nutzlast früher erreicht ist.
- Bei Papier- und Verpackungsabfällen verhält es sich umgekehrt. Das Volumen ist ausgeschöpft, die Nutzlast hingegen noch nicht erreicht.
- Bei Restmüll bewegt sich die Zusammensetzung zwischen beiden Extremen.
- Hinzu kommt ein weiterer Anspruch: Die Reinigung und Wartung der Container. Diese sollte mobil vor Ort erfolgen können.

Gesucht wurde also ein Fahrzeug,
das sowohl hohe Nutzlasten als auch große Abfallvolumen bewältigen kann. Leichte Abfälle sollten sich stark verdichten lassen, um das verfügbare Volumen besser auszunutzen. Gleichzeitig sollte das Fahrzeug ausreichend Nutzlast für schwere Abfälle bieten.
„Unser Ziel war von Anfang an eine möglichst flexible und universelle Fahrzeugflotte aufzubauen. Mit Fahrzeugen, die alles können – große Mengen an leichten Abfällen und ausreichend Abfälle mit hohem Gewicht. Drüber hinaus sollten sich die Fahrzeuge für mobile Reinigungs- und Wartungsaufgaben möglichst einfach umrüsten lassen“, so Thorben Schäfer.
Anforderung 4: Intuitive, möglichst unkomplizierte und einheitliche Bedienung der Kräne
Neben einer Flotte, in der alle Fahrzeuge alles können sollten, war dem USB, eine unkomplizierte und möglichst einheitliche Bedienung der Fahrzeuge und Kräne wichtig. Nicht nur jedes Fahrzeug sollte alles können, auch jeder Fahrer sollte jedes Fahrzeug und jeden Kran gleichermaßen bedienen können.

Gesucht wurde also ein Fahrzeug,
mit intuitiver einfach zu erlernender Bedienung. Wichtig dabei: Unterschiedliche Anforderungen an die Entsorgungssituation sollten sich alle nach dem gleichen Prinzip lösen lassen. Im Ergebnis sollte jeder Mitarbeiter in der Lage sein, mit jedem Fahrzeug jede Tour zu fahren und dabei jede Fraktion zu laden.
3. Lösungen:
Der Villiger Waste Collector mit Speed-Waste-Lifter 105-7 erfüllt alle Anforderungen des USB
Wie gezeigt war die Bochumer Liste der Anforderungen an die Fahrzeugflotte lang.
„Wir haben uns 2018 gründlich am Markt umgesehen und uns daraufhin bewusst für den Waste Collector von Villiger mit Speed-Waste-Lifter 105-7 entschieden“, so Thorben Schäfer. „Das Fahrzeug erfüllt einfach all unsere Anforderungen – damals und auch heute noch.“
Die Entscheidung für den Villiger Waste Collector war schnell getroffen. Und so setzt das Entsorgungsfahrzeug die Bochumer Anforderungen um:
- Lösung 1: Pendelbremse, Zentralhub und Pilzkopfaufnahme
- Lösung 2: 7-Meter Kranarm mit Nutzlast bis zu 2,5 Tonnen in 5,50 Metern
- Lösung 3: Presscontainer in Leichtbauweise und Hakensystem
- Lösung 4: Automatisierung des gesamten Entleerungsprozesses
Lösung 1: Pendelbremse, Zentralhub und Pilzkopfaufnahme

Wie in der Anforderung beschrieben sollten die Pendelbewegungen der Container während des gesamten Entleer-Vorganges auf ein Minimum reduziert werden.
Die Lösung hierfür liegt in der Technik und der Bauweise des Speed-Waste-Lifters – im Zentralhub und einer Pendelbremse – sowie dem Container-Aufnahmesystem: nämlich der Pilzkopfaufnahme.
Während der Zentralhub beim Kran dafür sorgt, dass der Container immer zu 100 % senkrecht entnommen und in die Höhe gezogen wird (und eben nicht seitlich), minimiert die Pendelbremse währenddessen sämtliche Schwenkbewegungen. Seitwärtsbewegungen und Drehungen des Containers wiederum sind mechanisch fast vollständig ausgeschlossen, da Bochum sich bei der Aufnahme sehr früh gegen Haken und für das Pilzkopf-Aufnahmesystem entscheiden hatte.
Mehr zu Aufnahme über Pilz und warum dieses System stärkerem Pendeln entgegenwirkt, lesen Sie in unserem Blogbeitrag Haken vs. Pilz. Starke Pendel- und Schwenkbewegungen konnten mit diesem Setup jedenfalls sehr stark eingeschränkt werden.
Lösung 2: 7-Meter Kranarm mit Nutzlast bis zu 2,5 Tonnen in 5,50 Metern
Wie in den Anforderungen beschrieben, wurde ein Fahrzeug gesucht, das auch in 4,5 Metern Entfernung zum Pilzkopf noch in der Lage war, 2,5 Tonnen zu heben. Der Speed Waste Lifter 105-7 von Villiger bietet diese Leistung. Noch in 5,50 Meter kann der Kran das Maximalgewicht von bis zu 2,5 Tonnen zum Fahrzeug bringen.
Mit einer Reichweite von 7,00 Metern ist der Kran darüber hinaus auch auf Situationen vorbereitet, in denen 4,50 Meter nicht ausreichen würden. So setze der USB bei seinen ersten Fahrzeugen ausschließlich auf dieses Modell. Lediglich das siebte Fahrzeug – das eingangs erwähnte E-Modell – wurde mit den Speed-Waste Lifter 105-9 ausgestattet. Einem Kran mit 8,80 Meter Reichweite.
Neben Reichweite und Nutzlast bietet der Villiger Waste Collector aber noch einen weiteren Vorteil, den viele Wettbewerber nicht bieten: Kranabstützungen, die nach unten absichern. Zwar könnten die Abstützung für noch mehr Stabilität auch zur Seite ausfahren, für 2,50 Tonnen auf 4,50 Meter Distanz ist dies bei Villiger Fahrzeugen aber nicht erforderlich. So benötigt der Waste Collector im Arbeitsprozess deutlich weniger Fläche – und blockiert dabei weder die Gegenfahrbahn noch den Bürgersteig. Ein Pluspunkt vor allem bei engen Straßenverhältnissen. Und auch die oftmals komplizierte Suche nach geeigneten Punkten, für die seitliche Abstützungen entfällt.
Erreicht mühelos sämtliche Container in zweiter und bei Bedarf sogar in dritter und vierter Reihe
Lösung 3: Presscontainer in Leichtbauweise und Hakensystem
Wie in den Anforderungen beschrieben wurde beim Fahrzeug selbst die eierlegende Wollmilchsau gesucht – ein Fahrzeug, das alles können sollte: schwere Abfälle, Abfälle mit hohem Volumen und darüber hinaus sollte es immer möglich sein, Container mobil zu reinigen und zu reparieren.
Auch hier konnte der Villiger Waste Collector überzeugen. Da das Fahrzeug standardmäßig mit einem Hakengerät ausgeliefert wird ist, ist es möglich Container je nach Anforderung und Aufgabe jederzeit beliebig zu tauschen.
- Beim Entsorgen von schweren Abfällen wie zum Beispiel Glas wird ein Container mit offener Schüttung und entsprechenden Trennwänden aufgezogen.
- Beim Entsorgen von leichten Abfällen kommt mit dem Compactor VC 24 ein Presscontainer zum Einsatz, der die Abfälle noch im Fahrzeug um das 4- bis 8-fache (unterschiedliche Verdichtungsgrade je nach Fraktion) verdichtet.
- Fürs Reinigen der Container besitzt der USB einen mobilen Reinigungscontainer, der sich einfach auf den Haken jedes Fahrzeugeses der Flotte aufziehen lässt.
- Und müssen Container einmal repariert werden, so hat der USB hierfür speziell für diese Zwecke einen Wartungscontainer im Lager. Auch dieser kann auf jedes Fahrzeug aufgezogen werden.
Neben der Flexibilität ist aber auch die Nutzlast ein weiterer Pulspunkt beim Villiger Waste Collector: Denn die 1,5 bis 2 Tonnen des Hakengerätes konnten beim Gewicht des Pressecontainers eingespart werden. Dieser ist in Leichtbauweise erstellt. So geht der Vorteil der Flexibilität, den der Haken bietet, nicht auf Kosten der Nutzlast. Diese liegt beim Bochumer Modell bei ca. 12 Tonnen – bei 24m³ Volumen des Presscontainers.
In der Praxis erwiesen sich 12 Tonnen Nutzlast bei 24m³ dann auch als sehr guter alltagstauglicher Kompromiss. Dank Verdichtung ist das Volumen ausreichend, für leichte Abfälle – und die Nutzlast ist hoch genug für schwere Abfälle.

Beim Villiger Waste Collector ist es möglich, Container je nach Anforderung und Aufgabe jederzeit beliebig zu tauschen.
Lösung 4: Automatisierung des gesamten Entleerungsprozesses
Wie in den Anforderungen beschrieben wurde ein Fahrzeug gesucht, mit intuitiver und einfach zu erlernender Kransteuerung. Für die Steuerung des Krans sollte es keinen Unterschied machen, ob eine Entsorgungstour mit leichten Abfällen (plus Verdichtung) oder schweren Abfällen geplant waren.
Eine einfache Bedienung war das eine, aber der Speed-Waste Lifter 105-7 / 105-9 konnte bei dieser Anforderung des USB sogar noch einen draufsetzen: Denn die Kransteuerung ist bei diesem Fahrzeug nicht einfach nur intuitiv oder leicht zu erlernen – sie erfolgt auf Wunsch vollautomatisiert – und zwar vom Parken an der Sammelstelle bis zum Zurückstellen des letzten Containers. Noch während der Fahrer parkt, haben die Kameras am Fahrzeug alle Container in Reichweite erkannt und zeigen dem Fahrer diese auf dem Tablet. Er muss nur noch die zu entleerende Container anklicken und kann im Anschluss den vollautomatisierten Entleerungsprozess außerhalb des Fahrzeuges beobachten. Wie dieser automatisierte Prozess im Detail abläuft und wie dieser ILA (Intelligent Loading Assistent) funktioniert, haben wir hier auf unserer Homepage beschrieben.

Der komplette Aufnahme – und Entleerungsvorgang erfolgt automatisiert.
4. Ergebnis:
Durchweg positive Bilanz der letzten 10 Jahre: Mehr Abfall pro Zeit, mehr Sicherheit und gleichzeitig weniger körperliche Belastung und weniger CO2
Die Bilanz, die der USB zieht, ist durchweg positiv. Das gesamte Team – vom Management und der Einsatzleitung bis hin zu den Fahrern – ist noch heute froh, sich 2018 bei der Anschaffung des zweiten Fahrzeuges für den Villiger Waste Collector entscheiden zu haben. Nichts beweist diese anschaulicher, wie die Tatsache, dass auf den ersten Waste Collector noch fünf weitere Fahrzeuge des gleichen Typs folgen sollten; mit einem E-Modell in 2026 als vorläufigem Abschluss.
Mehr Behälter und Abfall in weniger Zeit
Heute, mit Pilz und dem Villiger Waste Collector schafft der USB pro Tagestour locker zwischen 40 und 80 Behälter. Je nach Fraktion, Gewicht und Volumen mal mit, mal ohne Zwischenleerung. Im Schnitt dauert das Entleeren inkl. dem Zurückstellen eines Behälters 120 Sekunden. Gibt es auf der Tour auch Oberflurcontainer, geht es sogar noch schneller. Im Ergebnis werden heute pro Tour und Zeit deutlich größere Volumina entsorgt als noch in Zeiten der konventionellen Entsorgung.
Ganz am Anfang, sprich 2016 und vor dem ersten Waste Collector hatten wir für kurze Zeit das Haken- und Ösensystem an unseren ersten Unterflursystemen. Doch wir haben schnell festgestellt, dass dies nicht unser Weg sein konnte. Das Einfädeln war zu zeitaufwändig und wir mussten die Container sehr lange in der Luft auspendeln lassen, um Schäden am Fahrzeug zu vermeiden.
Ibrahim Kerem, Leiter Unterflur USB Bochum GmbH
Mehr Sicherheit
„Neben der kranbasierten Entsorgung sind wir ja auch täglich mit konventionellen Fahrzeugen unterwegs“, so Thorben Schäfer. „Hier haben wir einen Fahrer im Fahrzeug und zwei Müllwerker sammeln auf der Straße die Behälter. Das Ganze erfolgte im fließenden, teilweise sehr dichten Straßenverkehr. Da gibt es immer mal wieder brenzlige Situationen. Beim Waste Collector hält der Fahrer beim Container und der Kran erledigt den Rest. Mehr Sicherheit geht nicht.“
Weniger körperliche Belastung
In der kranbasierten Entleerung spielt die physische menschliche Arbeitskraft eine untergeordnete Rolle. Nicht die Müllwerker, sondern die Kräne bewegen und entleeren die Container. Die körperliche Belastung der Mitarbeiter ist deshalb spürbar zurückgegangen. Und da der gesamte Entleerungsprozess automatisiert ablaufen kann, sind auch die Anforderungen hinsichtlich Kransteuerung eher gering. Für viele Fahrer bietet dieser automatisierte Entleerungsprozess sogar eine sehr willkommene kurze Verschnaufpause, bevor die Tour im hektischen Innenstadtverkehr weiter geht.
Weniger CO2
Last but not least sollte man natürlich den Umweltaspekt nicht vergessen. Wie gezeigt schafft ein Fahrzeug bei einer Tagestour in Bochum heute deutlich mehr Abfallvolumen, wie dies früher der Fall war. Im Klartext heißt das: Der Motor läuft kürzer, der Kraftstoffverbrauch ist geringer, es entsteht weniger Feinstaub und weniger CO2.
Und dank Electric Waste Collector, dem zu 100% elektrisch betriebenem Entsorgungsfahrzeug wird der CO2 Ausstoß nochmals deutlich reduziert. Denn schließlich gilt es für Bochum – so wie für alle anderen Städte auch – im Rahmen des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz (SaubFahrzeugBeschG) den Anteil elektrischer Fahrzeuge in der Fahrzeugflotte schrittweise zu erhöhen. Mit dem seit August 2026 vorhandenen Electric Waste Collector haben Bochum und der USB hier einen wichtigen Schritt vollzogen.
5. Ausblick: Unterflur-System Nr. 1000 im Visier
Mit 7 Fahrzeugen kann der USB die Touren aktuell gut abdecken und die insgesamt ca. 1200 Container (Oberflur, Halbunterflur und Unterflur) zuverlässig entleeren. Dabei hat der USB sehr vorausschauend geplant und für dem Moment ausreichend Reserven. Doch der Ausbau von Unterflur- und seit neuestem auch Halbunterflur-Sammelstellen geht ungebremst weiter – und Unterflur-System Nr. 1000 im Jahre 2028 ist ein durchaus realistisches Ziel.
Vermutlich wird die Fahrzeugflotte zu diesem Zeitpunkt erneut um einen Waste Collector aufgestockt werden. Bis dahin sind die vorhandenen Kapazitäten ausreichend.
Ob sich der USB erneut für ein E-Modell von Villiger entscheiden wird ist noch nicht entschieden. Doch bereits heute – und nach sehr kurzem Einsatz des ersten Electic Waste Collectors wird deutlich: Das erste E-Modell mag zwar etwas kostspieliger in der Anschaffung gewesen sein als das dieselbetriebene Pendant, aber es wird sich aufgrund der deutlich günstigeren „Betankung“ spätestens innerhalb der ersten 5 bis 6 Jahre amortisiert haben. Und in Anbetracht der aktuellen Dieselpreise ist dies eine eher konservative Schätzung.
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